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eBay geht mit Online-Petition gegen Markenhersteller vor

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Fast jedem zweiten deutschen Online-Händler (46 Prozent) wurde der Verkauf bestimmter Produkte über das Internet bereits von Herstellern untersagt / Petition ruft eBay-Mitglieder in ganz Europa auf, für ihr Recht auf freien Online-Handel einzutreten.

Es bahnt sich ein Streit zwischen Markenherstellern und eBay an, der wahrscheinlich wie so vieles vor Gericht landen wird. Der Ausgang ist so spannend wie grundlegend die Debatte an sich: Wieweit dürfen Hersteller in einer (bei uns leider immer weniger freien) Marktwirtschaft ihre Distributionspolitik selber bestimmen?

Nach Meinung von eBay dürfen sie das wohl nicht mehr, wie nachfolgende Pressemeldung zeigt, die erstaunlich polemisch gehalten ist. Daher zuvor mein Kommentar: Marken brauchen Qualität und die hat ihren Preis. Bei einer zu großen Preisspreizung geht der Sog nach unten und somit die Marge – sowohl für Hersteller als auch für Händler. Kurzfristig mag dies für den Verbraucher Vorteile haben, langfristig aber leiden darunter Qualität, Innovation und Vielfalt.

eBay, Dreilinden/Berlin, 6. Juli 2009 – Wer in der Wirtschaftskrise auf sein Geld achten muss, kauft mit Vorliebe preisgünstig und bequem im Internet ein. Verbraucherfeindliche Methoden einiger Markenhersteller machen Schnäppchenjägern jedoch einen Strich durch die Rechnung. Dies ergab eine aktuelle Studie von FreshMinds Research im Auftrag von eBay. Fast jedem zweiten Online-Händler in Deutschland wurde der Verkauf von Produkten über das Internet bereits von Herstellern untersagt.

eBay setzt sich für die Rechte der Verbraucher und Händler ein und richtet sich erstmals mit einer europaweiten Online-Petition an seine Nutzer, um unfairen Beschränkungen im Internet-Handel einen Riegel vorzuschieben. Die Petition soll der Forderung von eBay an die zuständigen Stellen der Europäischen Union Nachdruck verleihen, die entsprechende Gesetzgebung zu überarbeiten, um Missbräuche wirksam zu unterbinden. Die relevanten europäischen Rechtsvorschriften werden in diesem Jahr überprüft.

Die Ergebnisse der Studie, für die 900 kleine europäische Online-Händler – davon 357 Händler aus Deutschland – befragt wurden, zeigen den Umfang, in dem einige Markenhersteller Händlern weitreichende Beschränkungen auferlegen:

* Fast jedem zweiten deutschen Online-Händler (46 Prozent) wurde der Verkauf bestimmter Produkte über das Internet bereits von Herstellern untersagt.
* Mehr als jeder dritte Online-Händler aus Deutschland (40 Prozent) sah sich bereits damit konfrontiert, dass er bestimmte Produkte nur unter engen, vom Hersteller festgelegten Auflagen im Internet verkaufen durfte.
* Jedem zweiten Online-Händler (51 Prozent) ist von Herstellern schon verboten worden, bestimmte Produkte zu einem günstigeren als dem vom Hersteller festgelegten Preis anzubieten.

Wolf Osthaus, Rechtsexperte bei eBay in Deutschland, macht die Forderungen des Online-Marktplatzes deutlich: „Es darf Herstellern grundsätzlich nicht gestattet sein, einen Verkauf ihrer Produkte über das Internet pauschal zu verbieten. Alle Handelseinschränkungen müssen auf objektiven und transparenten Kriterien beruhen, die erwiesenermaßen den Verbrauchern zugutekommen. Herstellern sollte es beispielsweise generell untersagt sein, darauf zu bestehen, dass Internet-Einzelhändler über ein Ladengeschäft verfügen müssen. Außerdem müssen Verbraucher die Möglichkeit haben, online Artikel weiterzuverkaufen, die sie rechtmäßig erworben haben.“

Fachhändler Wolfgang Anders, der in Berlin ein Einzelhandelsgeschäft für Schreibwaren betreibt, seine Artikel aber auch im Internet anbietet, beschreibt seine Erfahrungen: „Über den Internet-Verkauf erwirtschafte ich inzwischen zwei Drittel meines gesamten Umsatzes, ohne dieses zweite Standbein hätte ich mein Ladengeschäft längst schließen müssen. Einige Hersteller machen es mir jedoch nicht leicht – ich wurde bereits von Markeninhabern verklagt, Lieferungen wurden eingestellt und in meinem eigenen Laden bin ich von einem Mitarbeiter eines Herstellers regelrecht bedroht worden. Und das nur, weil ich Markenprodukte, die ich in meinem Schreibwarenhandel in Berlin ebenfalls verkaufe, auch auf eBay anbiete – und das zu einem tollen Preis. Hier geht es letzten Endes nur um eines: Preise durch Ausschaltung des Wettbewerbs durch Online-Verkäufer künstlich hochzuhalten. Nicht nur Händler wie ich leiden unter diesen Beschränkungen durch Hersteller – vor allem betrifft es auch die Kunden. Schnäppchen im Internet darf es nach Meinung dieser Markenhersteller nicht geben.”

Nerses Chopurian, Leiter der Unternehmenskommunikation bei eBay in Deutschland, ergänzt: „Indem Hersteller den Online-Handel ihrer Produkte blockieren, verwehren sie Verbrauchern den Zugang zur größtmöglichen Produktauswahl zum niedrigstmöglichen Preis. Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben Verbraucher ein Recht auf faire Angebote. Deshalb dürfen Markenhersteller den Preis- und Produktwettbewerb im Internet nicht unrechtmäßig einschränken. Als weltweiter Online-Marktplatz ruft eBay deshalb Käufer und Händler gleichermaßen auf, sich gegen solche unfairen Methoden zu wehren.“

In dieser Woche schreibt eBay per E-Mail seine gesamten aktiven Nutzer in Europa an und bittet sie, die Petition gegen Beschränkungen des Online-Handels zu unterzeichnen. Dies ist auch direkt über die Internetseite der eBay Nutzerinitiative unter www.ebay.de/nutzerinitiative möglich.

Studie
Die Studie im Auftrag von eBay basiert auf den Befragungen von insgesamt 900 Online-Händlern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. In Deutschland wurden 357 Händler befragt. Die Händler in Großbritannien wurden zwischen dem 1. und 17. Mai 2009 befragt. Die Befragung in Deutschland, Frankreich und Italien fand zwischen dem 17. und 28. Juni statt. Durchgeführt wurde die Studie von der Marktforschungsberatung FreshMinds Research mittels einer Online-Befragung. Alle befragten Händler haben einen Jahresumsatz auf eBay von mindestens 117.000 Euro bzw. 100.000 Pfund.

Ergebnisse
Ergebnisse der Befragung

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Juli 8th, 2009
Topic: News Tags: None

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